Einlagensicherung

Einlagensicherungssysteme in Österreich

Die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung in Österreich dient dazu, die Einlagen der Kunden bei den verschiedenen Kreditinstituten im Falle des Konkurses eines Kreditinstituts zu schützen. In der Finanzwirtschaft in Österreich erfolgt eine Gliederung in sogenannte Sektoren. Jeder dieser Bereiche weist ein eigenes Einlagensicherungssystem auf, sodass Sparkassen, Raiffeisenbanken, Volksbanken, Landeshypotheken und private Banken jeweils im Verbund für den Schutz der Einlagen verantwortlich sind. Die Systeme richten sich dabei nach den Vorgaben zur Einlagensicherung, die vom Gesetz vorgeschrieben sind. Eine Teilnahme an einem der Systeme ist für jedes Kreditinstitut verpflichtend, denn es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Sicherung ohne Unterbrechungen bestehen muss. Sollte sich eine Bank weigern, einem der Einlagensicherungssysteme beizutreten, dann verliert die Bank ihre Konzession. In Österreich wird zwischen nicht natürlichen und natürlichen Personen bei der Einlagensicherung unterschieden, wobei die Unterschiede insbesondere bei den Sicherungsgrenzen deutlich werden.

Allgemeine Sicherungsgrenzen

Bei der österreichischen Einlagensicherung werden bei natürlichen Personen Einlagen und Guthaben bis zu 100.000 Euro inklusive Zinsen zu 100 Prozent je Kreditinstitut und Einleger geschützt. Bei Wertpapiergeschäften beträgt die Sicherungsgrenze 20.000 Euro. Für nicht natürliche Personen liegt die Sicherungsgrenze momentan bei 100.000 Euro, während bei Wertpapiergeschäften die Grenze bei maximal 20.000 Euro zu 90 Prozent liegt.

Einlagensicherung der Banken und Bankiers

Das erste österreichische System zur Einlagensicherung ist das der Banken und Bankiers. In dieser Einlagensicherung werden sämtliche Privatbanken organisiert. Durch die Einlagensicherung der Banken und Bankiers können Sparbücher, Kapitalsparbücher, Festgeldanlagen, Konten, Gehalts- und Pensionskonten geschützt werden. Es werden jedoch keine Einlagen in Fremdwährungen geschützt.

Einlagensicherung der Sparkassen

Seit 2002 gibt es den Haftungsverbund der Sparkassen in Österreich. Beinahe alle österreichischen Sparkassen sowie die Erste Bank haften wechselseitig dafür, dass es jederzeit möglich ist, Kundeneinlagen auszuzahlen. Dadurch ist es den Sparkassen möglich, einen höheren Schutz zu bieten, als er gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Haftungsverbund sieht in der Grundsatzvereinbarung ein Früherkennungssystem vor, das dazu dient, rechtzeitig zu erkennen, wenn ein Unternehmen einmal in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Auf diese Art verfolgt die Sparkassengruppe ihr Ziel, ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Einlagensicherung der Landeshypothekenbanken

Gänzlich nach den gesetzlichen Richtlinien zur Einlagensicherung in Österreich richtet sich die Einlagensicherung der Landeshypothekenbanken, die in der Hypo-Haftungs-Gesellschaft mbH zusammengeschlossen sind. Unter die Einlagensicherung der Landeshypothekenbanken fallen alle Arten von Guthaben, die auf verzinsten oder nicht verzinsten Konten der Institute gutgeschrieben sind, wie zum Beispiel Guthaben auf Gehalts oder Sparkonten sowie Festgelder. Auch Rückflüsse aus Wertpapierverrechnungen, wie Dividenden, Zinsen, Tilgungen und Verkaufserlöse, sind durch die Einlagensicherung geschützt, insofern sie auf einem verzinsten Konto bei einem Institut gutgeschrieben werden. Sollten die Rückflüsse jedoch auf ein nicht verzinstes Konto erfolgen, dann gilt für diese Beiträge die Anlegerentschädigung.

Einlagensicherung der Raiffeisenbanken

Ein ganz eigenes System zur Einlagensicherung stellen die österreichischen Raiffeisenbanken dar. Das Prinzip basiert auf mehreren Säulen. Vordergründig ist die österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen dafür zuständig, den gesetzlichen Schutz zu garantieren. Weiterhin gibt es die Raiffeisen-Landeseinlagensicherungen, in deren gemeinsamen Zuständigkeitsbereich die Anlegerentschädigung nach den Richtlinien des Staates fällt. Bisher ist der Fall, dass ein Kunde tatsächlich sein Geld verloren hat, jedoch noch nicht eingetreten. Zusätzlich gibt es die Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Österreich (RKÖ), welche den Schutz der Einlagensicherung des Gesetzes noch erweitert. Sie schützt sowohl die Einlagen von Unternehmen als auch die von Privatpersonen. Auch Einlagen in Fremdwährungen und Wertpapieremissionen werden von der RKÖ berücksichtigt.

Einlagensicherung der Volksbanken

Das gesetzliche Einlagensicherungssystem der Volksbanken in Österreich trägt den Namen Schulze-Delitzsch-Haftungsgenossenschaft. Zusätzlich dazu betreiben die österreichischen Volksbanken einen Gemeinschaftsfond, der sozusagen als Sicherheitspolster dient. Bei schwierigen wirtschaftlichen Situationen eines einzelnen Instituts werden diese durch den Gemeinschaftsfond aufgefangen. Das Ziel ist, dass die gesetzliche Einlagensicherung in diesem Fall gar nicht erst zum Greifen kommen muss. Auf diese Art und Weise wird sichergestellt, dass ein Konkurs einer Volksbank ausbleibt.

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